Claude Monet Paintings in Museums and Galleries Worldwide
Kunsthalle - Bremen, Germany
Kunsthalle
Kunsthalle Bremen 1849 – 1999
Die Kunsthalle Bremen ist das erste durch Bürger, durch einen Kunstverein errichtete Kunstausstellungsgebäude in Deutschland. In diesem Jahr besteht es nunmehr 150 Jahre, bis heute noch getragen vom Kunstverein in Bremen – nunmehr aber Museum und Ausstellungshaus in einem. Der Impuls zum Bau der Kunsthalle ging vom 1823 gegründeten Kunstverein aus. In ihm hatten sich zunächst 34 kunstinteressierte Kaufleute zusammengeschlossen, um bei wöchentlichen Treffen Kunstwerke zu betrachten, sich darüber auszutauschen und ihre Kenntnisse zu erweitern. Wachsendes Interesse an diesem Kreis, die öffentliche Reaktion auf Ausstellungen in gemieteten Räumen und die Schenkungen von Kunstwerken geboten es dem Kunstverein, sich ein festes Domizil zu schaffen. Die erste Kunsthalle wurde 1849 eröffnet; sie stand auf dem gleichen Platz wie das heutige Gebäude. Sie kostete 48.000 Rheintaler und wurde von den Mitgliedern allein finanziert. Der junge Bremer Architekt Lüder Rutenberg hatte einen zweistöckigen Bau im Rundbogenstil entworfen und die Fassade durch einen dreiachsigen Mittelrisalit betont. Das im Ganzen recht zurückhaltend gestaltete Haus enthielt im Erdgeschoß zwei große Säle, in denen Reproduktionen bedeutender Kunstwerke ausgestellt waren. Im oberen Geschoß dienten drei über die gesamte Gebäudebreite ausgedehnte, zusammenhängende Säle zur Ausstellung von Gemälden. Einige kleinere Räumen waren zur Aufbewahrung und Präsentation von Graphik, kleinformatigen Kunstwerken und für eine Bibliothek bestimmt. Die Fassade der Kunsthalle war mit Sinnbildern der Architektur, der Malerei und der Bildhauerei geschmückt. Standbilder Raphaels, Michelangelos, Dürers und Rubens‘ ergänzten das Bildprogramm. Schon bald war die Kunsthalle zu klein – für die Wechselausstellungen mußte jedesmal die Sammlung abgehängt und eingelagert werden. Durch eine große Spende einer Gruppe Bremer Kaufleute konnte das Haus 1899 – 1902 umgebaut und in der Fläche verdreifacht werden. So erhielt es die heutige Gestalt und Aufteilung. Das Museum besaß nunmehr große Oberlichtsäle und eine Anzahl Seitenlichtkabinette; dazu das Kupferstichkabinett mit seiner Jugendstilausstattung. Eine weitere Zuwendung des Kaufmanns Carl Schütte ermöglichte 1904 – 06 die Umgestaltung der Fassade, die eine neue Fensterordnung und einen gänzlich veränderten Mitteltrakt erhielt. In diesem, allen Forderungen an ein modernes Museum gerecht werdenden Haus, bewirkte der erste wissenschaftliche Leiter, Gustav Pauli, die Wandlung des bisher hauptsächlich Ausstellungen organisierenden Kunstvereinsdomizils zu einem kunsthistorischen Institut, das die Zwecke des Sammelns, des Konservierens, des Erforschens und des Vermittelns konsequent verfolgt. Sein Programm, das entschieden die Entwicklungen der Moderne belegen wollte, wurde nicht allseits akzeptiert: 1911 wurde er anläßlich des Ankaufs des van Gogh-Gemäldes Das Mohnfeld von Künstlern um den Maler Carl Vinnen heftig befehdet. Dem Protest deutscher Künstler traten u.a. Max Liebermanns, August Mackes, Franz Marcs entschieden entgegen. Der Aufbau der Sammlungen konnte auch nach dem Wechsel Paulis nach Hamburg von seinem Nachfolger Emil Waldmann, gestützt und finanziert vom Kunstverein, weitergeführt werden. Sammlungen und Gebäude erlitten im II. Weltkrieg weitreichende Schädigungen: Das Museum wurde 1942 durch eine Brandbombe schwer getroffen, sechs Säle und die zentrale Treppenanlage zerstört. Die ärgsten Schäden konnten kurzfristig nach Kriegsende gerichtet werden, sodaß schon 1948 in einigen Räumen wieder Kunstwerke gezeigt werden konnten. In Günther Buschs Amtszeit fiel dann eine weitreichende Renovierung der Kunsthalle, bei der Kriegsschäden beseitigt und Gestaltungsvorstellungen der Sechziger umgesetzt wurden. Unter anderem entfernte man dabei die Portale im Portikus und ersetzte sie durch eine Ganzglasfassade. Auch die Treppenanlage erfuhr eine Neugestaltung im Geschmack der Zeit. Busch, in dessen Ägide die Sammlungen um so bedeutende Bereiche wie z.B. die Gemälde Delacroix‘, der Werke der Maler von Barbizon und die Max Beckmanns erweitert werden konnte, gelang es auch, 1982 der Kunsthalle einen geräumigen Anbau hinzuzufügen. In diesem liegen die Räume für Wechselausstellungen und auch ein großer Vortragssaal. Diese große wirtschaftliche Anstrengung des Kunstvereins zog soviel Kraft auf sich, daß das Hauptgebäude nicht fortgesetzte Pflege und Renovierung erfuhr. Es kam bis zur Mitte der achtziger Jahre mehr und mehr ins Hintertreffen, bis es zunächst während Siegfried Salzmanns Direktorat gelang, einen ersten Sanierungsschritt zu initiieren – er galt vor allem Werkstätten und Depots. Die weiterreichenden Maßnahmen zu einer umfangreichen Erneuerung der Kunsthalle Bremen gelangen dem Kunstverein in Bremen mit seinem derzeit amtierenden Direktor, Wulf Herzogenrath, zwischen 1996 und 1998. In dieser Zeit der Schließung konnte die gesamte Kunsthalle in den technisch neuesten Stand versetzt und um wesentliche Funktionsbereiche erweitert werden. Die Entfernung der Zentraltreppe ermöglichte die Einrichtung zweier großer Säle, das bisher nicht nutzbare Dachgeschoß konnte zu einem Ausstellungstrakt für MedienKunst umgebaut werden. Bei allen Renovierungsmaßnahmen wurde jedoch streng darauf geachtet, daß der historische Zuschnitt des Hauses erhalten blieb, wo möglich sogar wieder deutlicher sichtbar gemacht wurde. Diese Erneuerung hat, darin der Tradition folgend, wiederum der Kunstverein in Bremen zu einem großen Teil selbständig finanziert und durch seine eigene Anstrengung die Unterstützung der Stadtgemeinde Bremen und der Bundesrepublik Deutschland hinzugewonnen. Die Trägerschaft der Kunsthalle liegt ebenfalls zum größeren teil in Händen des Kunstvereins, die Stadtgemeinde stützt den Etat mit Zuschüssen zu Personalkosten und Gebäudeunterhalt. Dem Verein, der seine Kräfte bis heute – über 175 Jahre hinweg – konzentriert und erfolgreich zum Vorteil seiner Kunsthalle mit den Sammlungen der Malerei, der Bildhauerei und der Graphik einsetzen konnte und kann, gehören jetzt 5.000 Mitglieder an, allein 1.700 traten ihm seit der Wiedereröffnung 1998 bei.